Emo - Texte

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Emo - Texte

Beitrag von Rhia am Do Mai 05, 2011 8:45 pm

Mich würde mal interessieren, was ihr so von (sogenannten)
"Emo - Texten" haltet.
Sie sind ja eigentlich weit verbreitet, in knallig wirkender Spruchform
(zB. auf Facebook Wink) und auch eine Art "Schublade" für Texte, die
als sehr emotional reißerisch, oder exstatisch gesehen werden...

Außerdem werden sie auch in der breiten Öffentlichkeit etwas berüchtigt oder gar verachtet...
Vieles fällt vielleicht auch oft unter das Klischee, kitschig zu sein und alles überspitzt darzustellen...

So, für alle die, denen solche Texte (und manche davon glücklicherweise^^) noch nicht unter die Augen gekommen sind:

http://www.superweb.de/emotional_emo_girl/emo/texte.htm



Ich finde trotzdem, daß diese Texte eine Art Gattung bilden
und auch eine eigene Epoche begründen. Wink

Wie seht ihr das und was würdet ihr als die Kennzeichen von solchen Texten
sehen?


Zuletzt von Rhia am Di Mai 17, 2011 9:23 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Emo - Texte

Beitrag von Merriman Lyon am Do Mai 05, 2011 9:23 pm

Hm, ja, kenn ich. Mag ich nicht wirklich, viel zu weinerlich/mitleidheischend. als Kennzeichen fällt mir jetzt sofot nur ein, dass es eigentlich immer ein Ich... Dichter... ist. Das lyrische Ich spicht den Leser direkt an, auch wenns mehr wie ein Monolog klingt.
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Re: Emo - Texte

Beitrag von Miro am Fr Mai 06, 2011 8:24 pm

Ich würde es kaum als eigene Gattung bezeichnen und es erst recht nicht eine Epoche werden lassen^^
Elegien gibt es schon seit den alten Griechen (solltest du ja kennen rhia^^) und was sind das schon anderes als "Emo-Texte"?
Man hat schon immer (oft auch kitschige) Trauergedichte verfasst.
Der moderne Ausdruck dafür ist einfach nur Emotext, finde ich.

Die besonderheit hier liegt höchstens darin, dass sich die Strömung der "emos" mit solch einer art von texten schmückt und das ebenso aushängeschild geworden ist wie hip-hop für die "gangster".

Und zum inhalt... Ich habe nichts gegen ein trauriges, dichterbezogenes Gedicht. Im gegenteil ich habe auch schon solche geschrieben.

und in gedanken hab ich sie auch emo-texte genannt^^

nur der kitsch ist halt schlecht.
aber das ist er immer.
wie so vieles in unserer heutigen gesellschaft wird hier wieder maßlos übertrieben, nur halt in der trauer- und mitleidheischenden schiene...
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Re: Emo - Texte

Beitrag von killahkatze am Sa Mai 07, 2011 1:01 pm

ich stimme miro voll zu ...emotexte ist keine eigene Gattung... ich meine zur Zeit der Romantik hat man auch diesen überdramatisierten kitsch betrieben ...das Leben ist schlecht bla bla ..das wird eben jetzt wieder aufgefasst...obwohl ich sagen muss dass mir die meisten texte dieser selbsternannten Emofraktion nicht gefallen ...nichts gegen diese Leute lol ich war ja selbst mal auf diesen Trip ..aber i-wie denken die dass es dazu gehört wenn man ein Emo ist derlei Texte zu schreiben und das dann nach Schema F...ich kenne einige mit Talent, die Texte schreiben bei denen man wirklich Gänsehaut bekommt und mit sozialkritischen oder lebensphilosophischen inhalten über fragen die man sich in seinem leben eben hin udn wieder stellt ...die meisten jedoch schreiben viel zu oberflächlich ..
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Re: Emo - Texte

Beitrag von Rhia am So Mai 08, 2011 9:07 pm

Ja, die (oberflächliche und gedankenlose) Massen- und
Modebewegung "Emotexte schreiben" zieht diese literarische Nische
schon runter, da stimm ich euch voll und ganz zu, nur will ich eben WEGEN der auch geistreichen anspruchsvollen Texte diese Ecke nicht völlig verteufeln und runtermachen Wink
Auf die Idee, diese "Literatur" als Gattung und Epoche zu bezeichnen, bin ich auch nicht aus Ehrfurcht und Gefallen vor und an solchen Texten gekommen, eher weil es eine Art Zeitgeist ist...

Über die Qualität und den Anspruch von Trivialliteratur wird ja (mit Recht^^)ähnlich gedacht und dennoch bekommt sie den Stellenrang einer Literaturgattung, weil sie durch ihre charakteristischen Merkmale und ihr Publikum
ein eigenes Gebiet umreißen ;P

Was auch noch ein weiteres Charakteristikum ist, ist, daß
Emo – Texte meist nur Lyrik sind oder kurze „Sinnsprüche“…

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Re: Emo - Texte

Beitrag von Miro am Mo Mai 09, 2011 12:05 am

Zeitgeist ist es auch nicht.
Es liegt an der Gesellschafts- und Jugendkultur. Der heutige Zeitgeist ist, dass es viele "Zeitgeister", viele Strömungen gibt, wie ich es auch immer wieder gesagt habe. Und da sind Emos nur ein Teil davon, und ihre Texte ein Merkmal.
Und niemand verteufelt es... es ist einfach so, dass wie so viele Massenphänomene, die Emotexte an Qualität verlieren.
Ich betrachte dann die 'guten' Produkte gesondert^^

Und ich würde nicht die Trivialliteratur als Gattung bezeichnen. Fast jede "Gattung" war früher Trivial... Trivialliteratur ist nur ein Sammelbegriff für die Moderne Unterhaltungsliteratur, zur der wiederrum Gattungen gehören^^
Trivialliteratur ist ja einfach nur - ich zitiere Wiki - Literatur die als einfach, für jedermann verständlich und leicht zu erfassen angesehen wird

Und ja, es sind Lyrik und Sinnsprüche, die sind ja auch wohl (als einzige?) geeignet finde ich xD
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Re: Emo - Texte

Beitrag von killahkatze am Mo Mai 09, 2011 4:13 pm

rhia hat aberauch recht ...es gibt leute mit viel Talent und deshalb sollte man "emo-Texte " nicht verteufeln ...was ich sehr positiv an ihnen finde, ist dass sie nur für sich selbst schreiben um ihrGefühlschaos ausdruck zu verleihen und zu entfliehen ..die sind nicht scharf darauf ob andere das lesen oder gar was andere davon halten ...daumen hoch
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Re: Emo - Texte

Beitrag von Miro am Mo Mai 09, 2011 9:47 pm

in dem punkt hab ich ihr nicht widersprochen^^
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