Was zum denken.

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Was zum denken.

Beitrag von Mika Enclave am Mi Okt 14, 2009 7:29 pm

Nach langer Zeit der Abstinenz meinerseits hier mal wieder ein Beitrag der zum Denken und Überlegen ermahnen soll:

Wir Alle kenne es die Unterhaltungsbranche beschwert sich an allen Ecken und Enden darüber, dass das Internet den Umsatz und somit auch den Gewinn zerstört und somit letzten Endes den Künstlern das Geld in der Tasche fehlt. Bevor ihr weiter lest, denkt bitte selbst darüber nach ob ihr:


1. Überhaupt daran glaubt das es eine so große zahl von illegal im Internet kopierten Büchern gibt
2. Was eurer Meinung nach der Grund ist, weshalb weshalb Verlage immer weniger Umsatz machen obwohl es einen Bestseller nach dem anderen gibt
3. Denkt mal über euer Kaufverhalten in Sachen Büchern nach


Zitat von http://blog.fefe.de/ :
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Kurzer Realitätsabgleich: Nicht die Internet-Raubkopierer machen die Verlage kaputt, sondern große Ketten wie Thalia. Die Details lösen Brechreiz aus. Die haben den Buchhandel walmartisiert und kassieren laut dieses Artikels über 50% des Buchpreises als Profit, wollten gar eines Tages von den Verlagen noch ihre neuen Filialen finanziert kriegen. Und dann sowas hier:
15 000 Euro kostet ein Titel im Weihnachtsprospekt 2009. Der Preis für ein "Thalia-Buch des Monats" liegt bei 50 000 Euro. Dafür haben die Verlage die Gewähr, dass diese Titel erstklassig sichtbar präsentiert werden. Alle anderen, ausgenommen solche, die schon Bestseller sind, verschwinden dagegen im Regal, wo sie kaum wahrgenommen werden. Und daher bezeichnet Herr Frisch jene Summen, die offiziell Werbekostenzuschüsse heißen, schlicht als Eintrittsgelder. Man muss sie zahlen, wenn man da, wo rasant verkauft wird, vertreten sein will.
Soso, Eintrittsgeld, ja? Zu Al Capones Zeiten hatte man da klarere Worte für.

Wie schlimm ist es schon? Sehr schlimm:
Die Bestseller nämlich werden durch das Vorgehen der Ketten immer bestselleriger, der große Rest fällt immer schneller aus den Regalen in die Vergessenheit. Heute verkauft die Frau Jelinek, und sie und ihr Haus bürgen für Qualität, von jeder fünften ihrer Roman-Novitäten weniger als 1000 Exemplare. Vor zehn Jahren waren solche Flops noch zu vernachlässigen. Was das alles fürs Leben & Sterben der eigentlichen Produzenten, der Schriftsteller, bedeutet, liegt auf der Hand.
Bei allem Mitleid für die Verlage sind die Schriftsteller ja schon immer die eigentlichen Opfer.
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Ich muss zugeben ich habe früher auch öfter mal in großen Buch-Discountern nach Büchern geguckt und auch welche gekauft, bin aber mittlerweile ganz davon abgekommen und geh nur noch in kleine gemütliche Buchadlungen, zum einen kann man da in ruhe stöbern ohne 1000 Leute um mich herum zu haben die durch den laden hasten weil sie ein Schnäppchen machen wollen, zum anderen hab ich die Erfahrung gemacht das man in den kleinen Läden auf Menschen trifft welche das Lesen genießen, einen gewissen Anspruch an ein Buch haben und nicht durch Bücher "rennen".
Ein einfaches Beispiel, ich habe den versuch gemacht, ich war in einem Thalia und hab eine Verkäuferin nach meinen Lieblingsautoren gefragt (Phillip K. Dick, Ray Bredburry) sie kannte wenigstens einen davon, aber bei der Frage nach ähnlicher Literatur wurde ich nur auf die derzeitigen "standart" sience-fiction Exemplare verwiesen welche den beiden in Keinsterweise auch nur Ansatzweise nahe kommen, wohlgemerkt ist die Verkäuferin direkt nach dem Satz "sience fiction is da drüben" abgeraucht.

Anschließend bin ich ich eine Familien geführte, knapp 70 Jahre, alte "kleine" Buchhandlung gegangen und habe die selbe Frage gestellt, die Dame dort hat mir recht schnell, Bücher mit ähnlichen Schreibstielen, Kernthemen (das Genre ist bei beiden Autoren zwar Sience-Fiction aber das Thema nun mal nicht) und zudem kam noch eine nette Unterhaltung über andere Autoren und Bücher dazu (das alles bei gleichem Verkaufspreis).

Mein Fazit: In den großen Discontern wird Hauptsächlich nur die große Massenware angeboten und es bleibt kaum Platz für wirklich gute etwas ausgefallene Literatur, der Service bemüht sich zwar ist aber eigentlich nur zur Dekoration da. Ich persönlich bevorzuge kleine gemütliche nach Papier "stinkende" Buchhandlungen in denen man automatisch ruhig und andächtig wird alleine durch die Atmosphäre die darin entsteht.

Also Augen auf beim Bücher kauf!

P.S.: ich musste mal wider zuschlagen^^
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Re: Was zum denken.

Beitrag von Levassa am Do Okt 15, 2009 5:22 pm

Jaaa, das Problem kenn ich jetzt nicht so, weil wenn ich ein Buch kaufe, habe ich es eigentlich meistens schon gelesen, und von daher kann mir die Beratung egal sein. Aber ich gehe trotzdem in die kleine Buchhanldung, man wird einfach mehr beachtet, was zwar sehr nett ist, aber ich denke, das das genau der Grund ist, warum alle Leute zu den großen Keetten rennen: Sie wollen nicht auffallen oder sich mit wildfremden über Bücher unterhalten.
Das Problem mit den Bestsellern: Wer das ernst nimmt, und denkt, das da eine Gruppe von Leuten zusammensitzt und alle Bücher liest, die zur Auswahl stehen... jaaa, also, egal. Nehmen wir mal "Biss" als Beispiel: Das Buch ist nett. Liest sich schön und ist auch eine nette Idee, die es noch nicht so oft gegeben hat. Aber das ist auch schon alles. Es wäre kein 2. Band nötig gewesen, geschweige denn ein 3. oder 4.. Und kaum ist der erste Band ein Bestseller kommt wunderbarerweise gleich noch ein anderes Buch von Stephenie Meyer auf den Markt. Wann hat sie das geschrieben? Warum reißen sich plötzlich alle Verlage darum, wo es doch vorher alle abgelehnt haben? Also mal ehrlich, zugegeben, ich finde "Seelen" ein viel besseres Buch als "Biss" aber das ist ja auch nicht so wichtig, auch die Qualität ist nicht so wichtig, und das ist wieder das gleiche Problem wie bei Musik: Wer legt fest, was für Musik bekannt wird? Das ist alles eine einzige Vermarktung!

... Embarassed OK, ich hör auf, mich aufzuregen, bringt ja doch nichts. Tut mir leid, ihr müsst meine Meinung ja nicht teilen Wink

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Re: Was zum denken.

Beitrag von Merriman Lyon am Do Okt 15, 2009 5:52 pm

Tja, Thalia finde ich auch ziemlich schlimm, aber ich geh' zugegebenerweise recht gerne zum Pustet und Hugendubel. Die meisten Bücher kauf ich aber gar nicht mehr, das muss schon etwas ziemlich Gutes sein, damit ich es kauf' und, wie auch du, kennen ich die Bücher, die ich kaufe meistens schon.

Manchmal setze ich mich auch in Pustet oder Hugendubel (oder Gondrom, aber den gibts ja nich mehr) rein und les' gleich dort ein Buch. 2 Tage, dann bin ich meistens durch. Und manchmal kauf' ich's dann trotzdem noch.

Naja, wie das mit Büchern ist wusste ich nicht, ich finde es aber auch ziemlich schlimm, so wie du das beschreibst.

Das der "Bestsellerstatus" aber ziemlich wahllos vergeben wird hab' ich auch schon festgestellt, immer wieder lustig, wenn Bücher, von denen man noch nie etwas gehört hat und deren Titel schon irgendwie... merkwürdig klingen, einen großen "Bestseller" Aufkleber haben. Ganz davon abgesehen, dass der das Buchmotiv versaut. Und nicht immer runtergeht.
(Dazu fallen mir jetzt leider keine Beispiele ein, da ich diese Bücher meistens sofort wieder vergesse.)
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Re: Was zum denken.

Beitrag von Miro am Do Okt 15, 2009 6:26 pm

Im großen und ganzen muss ich mika zustimmen, die großen ketten machen die bücher zur inhaltslosen massenwaren, aber ich konnte es nie mit iwelchen fakten hinterlegen, danke für den denkanstoß!

aber bücher kaufe ich eher ungerne, da ich leider immer knapp bei kasse bin... viel lieber lese ich aus der bücherei...
und ich kaufe NIE bücher, die ich bereits gelesen habe, ich weiß, dass ich damit alleine stehe, aber einmal gelesen habe ich von den bücher, was ich will.. und öfter lese ich ein buch nur, wenn ich es bereits habe.

und wenn ich bücher kaufe, dann nur welche, welche mir ausdrücklich empfohlen wurden oder von denen ich den autor mag.. und da geh ich meistens zum hugendubel, dort bestelle ich auch immer bücher, wenn die buchreihe noch nicht komplett übersetzt wurde^^
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Re: Was zum denken.

Beitrag von Viasalar am Sa Okt 17, 2009 12:54 pm

Ich hab dieses ganze Bestsellerrumgetue eh noch nie leiden können. Ich lese sie auch fast nie. Und kaufen tu ich mir auch ganz selten mal ein Buch und wenn dann in ner ganz kleinen Buchhandlung. Auf die bin ich eigentlich auch nur gekommen, weil Lev da mal Praktikum gemacht hat, da hab ich sie dann mal besucht und fand den Laden auch gleich sehr nett. Und man wird auch wirklich immer nett beraten und kommt auch immer wieder ins Gespräch. Außerdem gefällt mir die Lage, die in Augsburg zwischen Moritz- und Königsplatz auch mindestens so zentral ist wie der Thalia. Man hat auch nicht so das Gefühl, dass man nur kaufen und gehen soll, wenn man will, kann man sich auch zum Lesen hinsetzen und es wird einem nie was aufgedrängt. Wenn sie mal was nicht dahaben, was auch nur ganz selten passiert, dann bestellen sies immer für einen und habens auch immer sehr schnell da. Zu den großen Läden, Hugendubel und Pustet, geh ich eigentlich nur noch für Schulbücher.

Den Thalia mag ich aber trotzdem um ehrlich zu sein ganz gern, weil er außer Büchern immer noch so schöne Bastelsachen und Bücher zum Schreiben hat, aber wenn das so ist, werd ich dafür doch mal endgültig aufs Ideenhaus umsteigen, die haben angeblich eh nen neuen Laden, hab ich zwar noch nicht gesehn, war aber jetzt ja auch schon 7 Wochen lang nicht mehr zu Hause.

Danke für diesen Denkansoß, mir war das so echt noch nie bewusst.
Ich hör ja schon auf mit dem Thalia, allerdings glaub ich, dass die anderen großen Buchläden, also Hugendubel und Pustet auch nicht viel besser sind.

(Wir könnten eigentlich für das WoWaFa-Buch des Monats auch Geld von den Verlagen verlangen, wie wärs? )

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Im Falle eines Falles ist richtig fallen alles.
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